366+X Tage ohne Netz im Netz. Es wird Zeit für mehr eigenes Netz.

Ein Jahr ist es her, dass ich eine Anleitung fand, die mir half einen gut versteckten Link anzuklicken.

Einen Link der es mir ermöglichte einen lang überlegten Entschluss umzusetzen und am 04. Januar 2012 folgende E-Mail zu erhalten:

„Betreff: Löschung des Kontos vorgesehen
Inhalt: Hallo *******, wir haben eine Anfrage auf dauerhafte Löschung 
deines Kontos erhalten. Dein Konto wurde von der Seite deaktiviert 
und wird innerhalb von 14 Tagen dauerhaft gelöscht.
Falls du die dauerhafte Löschung deines Kontos nicht beantragt hast, 
melde dich bitte bei Facebook an, um diesen Antrag abzubrechen:

https://www.facebook.com/login.php

Danke,
Das Facebook-Team“

Inhalt:
Die Prä-Facebook-Phase
Die Intra-Facebook-Phase
Die Post-Facebook-Phase
Ein Ausblick mit Visionen und Optionen

Die Prä-Facebook-Phase

 


Wie war das Leben vor Facebook?
Vor Facebook telefoniert man, wenn man sich bspw. zum Geocaching traf. Oder man schrieb sich ganz „klassisch“ eine E-Mail. Auch das mehrere E-Mails pro Tag für Absprachen und Planung hin- und hergingen stellt kein Problem dar.

Neuigkeiten und Informationen wurden direkter und persönlicher ausgetauscht. Man telefonierte mehr. Man überlegte wenn man wann kontaktierte. Wem man welchen Text schrieb, wie man die Nachricht formulierte.

Die Intra-Facebook-Phase

 


Begann bei mir Mitte März 2010. So richtig aktiv dann ab Anfang April 2010.
Dauer: knapp 656 Tage (circa 22 Monate oder circa 2 Jahre).

Beiträge in Facebook / Recherche und Auffindbarkeit

Haufenweise E-Mails auf Grund von Benachrichtigungen über neue Posts oder Kommentare landeten im E-Mail-Postfach. Die Flut an „Informationen“ die es zu lesen oder gar abzuarbeiten galt, wuchs ständig, selbst wenn man nur wenige Themen bzw. Gruppen beobachtete. Aber selbst mit E-Mail-Benachrichtigungen über Posts und Kommentare war es oft schwierig die entsprechenden Beiträge wieder zu finden, besonders wenn evtl. schon einige Zeit (also 1-2 Tage) seit dem posten vergangen ist. Das lag und liegt daran, dass „alte“ Beiträge immer weiter nach unten rutschen. Sozusagen von der Timeline verschluckt werden. Ältere Beiträge sind im Nachhinein nur noch schwer bis gar nicht mehr zu finden. Eine adäquate Suchfunktion gibt es hierfür auch nicht.
Die Inhalte in Facebook sind also immer nur für den Moment, auch wenn manche Inhalte von der Qualität oder dem Informationsgehalt ein längeres Überleben verdient hätten, so dass man später nochmal nachlesen kann. Dies ist dadurch so gut wie gar nicht möglich. Aufwendig Recherchierte Infos, Artikel oder Fotos von Freunden oder Gruppenmitgliedern sind irgendwann nicht mehr auffindbar. Vor allem da diese­­ im Vergleich zu „normalen Webseiten“, Blogs oder normalen Foren nicht immer über dieselbe Stelle, dieselbe Adresse oder Beitrags-ID (Permanentlink) gefunden werden können. Arbeit und Mühe bleibt somit nicht wirklich erhalten. Sicher sie schlummert irgendwo in den Tiefen und Massen an Post auf den Servern von Facebook. Für die meisten Nutzer nicht mehr auffindbar zwischen all den sonstigen Post wie „Status-Änderungen“, Essensfotos oder wo hin man heute Abend ausgeht.

Artikel außerhalb von Facebook und innerhalb von Facebook

Artikel oder Verlinkungen auf Seiten außerhalb Facebooks werden zwar verlinkt, allerdings zieht Facebook die Artikel bzw. Ausschnitt innerhalb des Facebooknetzwerkes als Kopie damit die Nutzer das Netzwerk fast nicht mehr verlassen müssen um die Inhalte lesen zu können. Die Diskussionen laufen dann im Netzwerk. Ein Autor eines externen Inhalts bekommt so von Diskussionen und Meinungen zu seinem Beitrag, seinem Artikel oder seinem Foto ggf. gar nichts mit, egal ob er bei Facebook angemeldet ist oder nicht. Würden die Diskussionen oder die Meinungsäußerungen bspw. in den Kommentaren unterhalb von Blogposts oder im zugehörigen Forenthread laufen, so hat der Verfasser des Ursprungsbeitrages eine Chance diese mitzubekommen und auch andere Leute können sich hier beteiligen, als das in mehreren Facebook-Gruppen unabhängig voneinander über diese Infos diskutiert wird. Die Meinungen sind zwar evtl. in der Masse viele oder wirken zumindest so. Würden diese Meinungen aber in Kommentaren oder Forenantworten stehen, so wären sie dank der „Sammlung“ am Ursprung des Inhaltes besser und somit auch für mehr Interessenten als nur für „ein paar Facebooker“ zugänglich, da sich ja alle Diskussionen (wo auch immer innerhalb von Facebook) auf denselben Ursprungsartikel außerhalb von Facebook beziehen. Ja es würden sogar mehr Leute und auch der Beitragsverfasser die Kommentare mitbekommen (Stichwort unabhängig voneinander in versch. Facebookgruppen/Twitter*/Google+ darüber diskutieren.)

*)Da Twitter nur eine maximale Nachrichtenlänge von 140 Zeichen pro Nachricht(=^Beitrag/Post) zulässt sind hier wirkliche oder längere Argumentationsaustausche fast oder nur sehr erschwert möglich. Somit fällt dies hier fast „raus“ und dient er maximal der Kurzkommentierung und der Quellen/Beitragsverbreitung (Link-Verbreitung).

E-Mails im Facebook-Zeitalter

Der E-Mailverkehr mit den meisten Bekannten und Freunden innerhalb Facebooks nahm ab. Ja man wurde sogar darauf verwiesen, einen bitte bei Facebook anzuschreiben und nicht per E-Mail. Verständlich: Ist ja bequemer. Aber will ich dass jede Nachricht über Facebook läuft, egal ob eine Personal-Message oder ein Post an die Pinnwand? Innerhalb von Gruppen vielleicht sogar noch allgemein gehalten auf Grund der vielen gleichzeitigen Adressaten/Leser?
Eine E-Mail erfordert ein paar Klicks mehr Aufwand. Der Absender hat sich somit ein paar Sekunden persönlicher Zeit genommen, anstelle schnell im „laufenden Betrieb“ der beinah Dauer-Facebook-Nutzung kurz eine Nachricht via PN oder gar im jederzeit griffbereiten Chatfenster zu schreiben.

Multi-Tasking? Oder Single-Tasking? Zeitfresser!

Facebook erfordert viel Pseudo-Multitasking: Man hat das Gefühlt mit vielen Leuten gleichzeitig in Verbindung zu stehen. Mit mehr  Leuten als man sonst normal gleichzeitig kommunizieren kann. Von Angesicht zu Angesicht kommen Forschungen auf Gruppengrößen von maximal 26 Personen mit denen man effektiv gleichzeitig kommunizieren kann.

Wer sagt, dass es „zu aufwändig sei“ neben Facebook noch ein einem Forum „aktiv“ zu sein, dem muss ich die Frage stellen wieso Facebook so zeitraubend oder aufwändig ist?
Ist es Bequemlichkeit mit der Hoffnung alle Infos an einem Ort zu haben, sofern man sie auf FB [mit]geteilt bekommt? Oder ist es einfach nur weil man sich daran gewöhnt hat und man mit einem Login „alles“ hat? Ist es ungewohnt oder einfach nur „etwas neues“? War es bisher nicht immer so (auch mit FB) das am Anfang wenige bei „neuen Dingen“ dabei waren und es später mehr wurden. Dafür aber auch andere Dinge oder genutzte Dienste wieder weggefallen sind (vgl. Lokalisten). Nur die Foren und Blogs sind konstant geblieben.
Die Ausrede das man die Zeit nicht habe um sich bei anderen Foren anzumelden und Interessante Themen dort zu diskutieren als bei Facebook ist für mich nur eine Scheinheilige Ausrede, den wenn man selbst Themen in FB beisteuert, so hat man diese ja auch ausserhalb von FB gefunden oder etwas entdeckt. Man war also aktiv ausserhalb von Facebook unterwegs. Es geht als doch, man muss es nur wollen….

Ist richtiges Facebook-Multitasking vielleicht die Herausforderung gerade auf Grund der Schnelllebigkeit von FB, FB-Posts, andere Quellen zu lesen und sich in anderen Foren zu beteiligen? Andernfalls ist es ja schon fast Stress und ein Zwang regelmäßig (täglich) in FB zu lesen um nichts zu verpassen.

Vielleicht sollte man sogar nur das Wichtigste, wie bei Twitter als „Beitragsquelle“ von neuen Artikeln, abschöpfen und aus der Essenz – also direkt von der Quelle leben, ohne auf die Verfügbarkeit und technische Umsetzung der Beitragsverlinkungen von FB und Co (Stichwort ShortUrls) angewiesen zu sein?

Faszinierenderweise sind viele Grundlagen von Diskussionen auf FB Themen die außerhalb davon entstanden sind bzw. ihren Ursprung haben. Seien es Blog-Artikel, neue Forenthemen in großen wie in kleinen Foren oder oder oder….
Wie schon erwähnt sind die meisten qualitativen Diskussionsbeiträge oder Forenposts die man auch später noch findet, außerhalb von Facebook. Allein das und damit man die Infos weiterverfolgen kann und sie immer an derselben Stelle oder über den selben Link findet, ist für mich ein Grund mehr, lieber an der Quelle dranzubleiben als an versickernden Diskussionen und Kommentaren in Facebook – welche Rasch wieder in der Timeline verschwinden.

Informationsquellen und wie man auf dem Laufenden bleibt – oder es zumindest versucht

Wenn man sich rein auf Facebook als Informationsquelle beschränkt, bekommt man manche Dinge ggf. nicht mit (und wer liest schon ernsthaft hunderte Benachrichtigungsemails rückwirkend nach, wenn er mal eine Woche im Urlaub war)? Da informiere ich mich lieber selbstständig und unabhängig. Auch als Beitragsschreiber habe ich in einem privaten Forum oder auf einem eigenen Blog (dessen Betreiber im bestenfalls ich selbst bin oder ihn kenne) lieber die Artikel oder Beiträge selbst in der Hand. Wie man in den letzten Jahren miterleben konnte, schaltet FB manche Dienste und Features willkürlich an und aus. Was ist wenn Verlinkungen oder längere Beiträge einfach irgendwann weg sind oder technisch nicht mehr funktionieren? Da halte ich das Zepter lieber noch selbst in der Hand. Den die Hürde das der eigene Blog, die eigene Domain oder das Forum einer lokalen Interessensgruppierung abgeschaltet wird ist doch um einiges höher und unterliegt nicht der Willkür und dem gewinnorientierten Handeln eines Großkonzerns. Die Domain wird durch den Anbieter oder den Gesetzgeber nur in Fällen von Illegalen Handlungen oder Vertragsbrüchen gesperrt oder gelöscht werden. Aber warum sollte ein privater Seitenbetreiber eine Seite oder ein Forum ohne Vorankündigung vom Netz nehmen? Dazu gibt es oft nur wenige Gründe und wenn dann geschieht dies normal aus Fairnessgründen mit längerer Vorlaufzeit, so dass man eigene Inhalte sichern kann, sofern man dies will. Die derzeitigen Domain- und Webhostingpreise lassen als Inhaber bei größeren Seiten oder Foren (mit mehr als drei Beiträgen 😉 )auch ein paar Euro im Jahr zum „weiterlaufen“ des Betriebes gut verschmerzen….
Bei Foren und Blogs sind die Benachrichtigungen in verschiedenen Formen strukturiert und bei weiten nicht so aufdringlich und „in Massen in das E-Mail-Postfach einfallen“ wie bei jedem einzelnen FB-Kommentar (FB-Einstellungen hin oder her).

Teilhabe, Feedback und Kommunikation

Ein Post auf Facebook ist natürlich einfach und wird mit einer großen Wahrscheinlichkeit auf Feedback treffen. Es ist ja schon fast vorprogrammiert, wenn man ab und an irgendwo etwas schreibt innerhalb von Facebook. Und wer mag es nicht Anerkennung oder zumindest Rückmeldungen (welcher Art auch immer) zu erhalten. Irgendwer der hunderten „Freunde“ wird schon etwas dazuschreiben oder den Gefällt mir Button drücken. Wow da interessiert sich jemand für mich und evtl. gefällt es 50 Leuten sogar noch was ich schreibe. Da freut sich das Ego, oder?

Blogs sind da vielleicht eher wie Zeitungen. Ein Redakteur schreibt viele Artikel pro Tag. Von diesen Artikeln werden die meisten Leser – so nehme ich jetzt einfach mal an – begeistert sein oder sie zumindest mit Interesse lesen, vielleicht sogar einen Nutze daraus ziehen. Trotzdem werden die wenigsten ein Feedback in Form eines Leserbriefes (oder bei Blogs in Form von Kommentaren) abgeben. Der Redakteur weiß also nicht wie viele Leute seinen Artikel wirklich lesen, wem er nützt/nicht nützt, ob er auf Interesse stößt oder nicht. Mit den Blogs ist es ähnlich. Man muss damit leben können, auch ohne Gefällt-mir-Feedback oder einen schnellen „Danke für den Hinweis“-Kommentar zu leben. Ja evtl. muss er sogar Kritik aushalten. Bei Facebook ist dies bald wieder in der Timeline versickert. Die Schnelllebigkeit und die rasante Informationsflut macht es möglich, dass spätestens in ein paar Tagen das Thema nicht mehr auf dem Schirm erscheint. Beim Blog ist das anders.

Eine Umfrage auf einer Fortbildung erbrachte bei einzelnen Teilnehmern teilweise 600 und mehr „Freunde“ in Facebook. Medienberichte zeigen dass dies ja eigentlich noch gar nichts ist…
Klar kann man bestimmen wer was sieht, aber bei hunderten von „Freunden“ wird es glaube ich schwierig diese Einstellungen so aktuell zu halten und zu tätigen. Offline würde man viele Dinge auch nicht jedem erzählen. Bei Facebook ist es jeder alte Schulkamerad, Arbeitskollegen oder sonstige Bekanntschaften. Man gibt mehr von sich Preis als man vielleicht meint, es zu tun. Auch wenn man meint „es im Griff zu haben“ und die Einstellung getätigt zu haben, zeigt Facebook immer wieder, dass es doch sehr schwierig bis unmöglich ist, die Einstellungen überhaupt zu finden geschweige den sie zu verstehen. Das aktuelle Beispiel mit dem „privaten und doch öffentlichen“ Zuckerberg’schen Weihnachtsfoto 2012 in der Küche ist da noch ein sehr banales.

Wie kommuniziert man mit mehreren hundert Leuten? Wie oft? Wie viele sind Karteileichen oder Personen die man halt als Freunde akzeptiert hat, da es ja sonst auffällt das man diesen oder jenen nicht in der Liste hat. Oder vielleicht sogar abgelehnt hat, weil man im echten Leben eigentlich nichts mit ihm oder ihr zu tun haben will, er aber halt auch einer von vielen ist die in Deiner Klasse, auf der letzten Party oder bei einer Veranstaltung oder sonst wo waren. Freundschaft Anstandshalber?
Diese Freunde anstandshalber haben die Möglichkeit sehr aktiv unser Leben und unsere Aktivitäten mitzuverfolgen…. Wem würde ich von Angesicht zu Angesicht was erzählen?

Wieviel Zeit braucht es um auf dem Laufenden zu bleiben. Sehr viel pro Tag. Einen Blogbeitrag kann ich auch in ein paar Tagen noch inkl. Kommentare nachlesen. Den FB-Beitrag werde ich dann schon ggf. nicht mehr finden…..

Freizeitaktivitäten auf Facebook

Wie schon bei den E-Mails geschrieben, läuft vieles über Facebook. Auch die Planung von Offline-Freizeitaktivitäten oder Aktionen. Es ist einfach von Aktionen auf FB zu berichten. Sei es der Infostand in der Fußgängerzone am Samstag, das gemeinsame Fußballspiel oder die Geocaching-Aktion am Abend. Wer einfach nur Mitstreiter sucht hat hier schnell viele Leute an der Hand. Wer und was für Leute, das ist eine andere Frage.

Wenn ich in Begleitung Geocachen gehen will, oder sonst etwas in meiner Freizeit unternehmen will, frage ich normalerweise erst mal Freunde und Bekannte. Also richtige Freunde und Bekannte. Eventuell sogar gezielt. Und es ist für mich normal, dass ich zuerst Freunde frage, vorallem wenn ich weiß das diese gerne beim Geocachen oder was auch immer dabei wären, weil sie dieselben Interessen teilen.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man hier natürlich auch sehr egoistisch sein kann und FB hier eine bequeme Möglichkeit bietet schnell eine Gruppe an Personen zusammenzuhaben.
Wenn ich einen Freund dabei haben will, so muss ich ihn versuchen zu kontaktieren. Evtl. klappt dies nicht gleich beim ersten Mal, weil man arbeitet, nicht an jedem Ort zu jeder Sekunde erreichbar ist, oder oder oder… Dann muss ich es später nochmal probieren. Weil es mir wichtig ist, diesen oder jeden / diese oder jene gefragt zu haben. Weil ich sie gerne dabei hätte. Weil man sich gut versteht. Vielleicht sogar weil man viele Dinge schon gemeinsam als Team erlebt hat. Da frage ich natürlich erst mal im Freundeskreis als das ich weitere Bekannte oder meinen Nachbarn frage.
Wenn ich aber einfach nur eine Gruppe beieinander haben will, dann schreibe ich auf Facebook das ich dies oder jenes heute Abend vorhabe und wer mit will. Im günstigsten (und nicht gerade ungewöhnlichen) Fall, habe ich innerhalb von Minuten genug Mitstreiter an der Hand. Wenn man aber gerade zur der Zeit (und ich meine damit ein Zeitfenster von wenigen Stunden bis zu unter einer Stunde) diese Facebook-Anfrage/diesen Facebook-Post nicht mitbekommen hat weil man nicht immer online ist oder sein kann, so ist der Zug abgefahren (Wer zuerst kommt mahlt zuerst). Schade wenn die Anfrage von einem vermeintlichen Freund war oder einer Person die selbst eigentlich schon von einem Team gesprochen hatte. Warum wurde dann nicht der Freundes oder Team-Kreis zuerst befragt und diesem die Chance auf einen Rückmeldung eingeräumt, frage ich mich. Weil es aufwändig wäre. Man müsste sich ja kümmern, die Leute ausgewählt kontaktieren und es könnte ja sogar länger als ein paar Minuten dauern bis man eine Antwort bekommt. Soviel zum sog. Team oder zu Freundschaften.
Für mich eine Frage der Wertschätzung. Bei richtigen Freunden würde so etwas nicht passieren. Vielleicht hat man deswegen nur eine oder zwei Handvoll an richtigen Freunden?

Die Post-Facebook-Phase

 


Die zwei Wochen nach der obigen E-Mail gingen schnell vorbei. Ob meine Daten auch wirklich gelöscht sind habe ich nach den zwei Wochen mittels eines Logins mit den alten Logindaten nicht ausgetestet. Aber ich habe drei Monate später habe ich ein kleines Experiment gewagt:

Das komplette Experiment wurde über einen universitären (Bezahl)Anonymizer getätigt, der einen über mehrere Server in unterschiedlichen Ländern leitet so dass eine Rückverfolgung, Länder- oder  Standortbestimmung nicht mit dem reellen Standort endete. Auch wurde ein anonymisierter Webbrowser auf USB-Stick-Basis verwendet, welcher alle nur denkbaren „Datenlieferanten“ deaktiviert hatte (Cookies, JavaScript, Bildschirminfos, etc…). Browsen auf minimalster Qualität,  manches Smartphone ist besser.
Mit diesen Vorkehrungen wurde eine anonyme E-Mail-Adresse eingerichtet. Alle „persönlichen Daten“ waren frei erfunden und/oder teils Phantasienamen“. Mit dieser E-Mail-Adresse meldete ich mich mit einem Pseudonym der keinem echt klingendem Namen entsprach bei Facebook an. Viele Funktionen standen mir „dank meiner minimalen Browsereinstellungen“ nicht zur Verfügung. Dementsprechend gab es auch keine „Freundes“-Vorschläge. Gezielt klickte ich zwei Leute an (nur die Profile wurden betrachtet. Es gab keine Freundschaftsanfragen von mir. Eine Person ist um die 50 und eine war damals 18. Nur auf Grund dieser beiden Klicks wurden Querverbindungen gezogen. Klar, das ist nichts verwunderliches oder „neuartiges“. Facebook setzt es nur sehr offen und offensiv ein. Auf Basis dieser Querverbindungen wurden mir Vorschläge unterbreitet. 10 der ersten 30 Personen kannte ich persönlich. Teilten wir doch im realen Leben gleiche  Hobbys und Interessen oder kamen aus demselben Ort. Die anderen kannte ich teilweise dem Namen nach, manche auch gar nicht.
Wenn man diese Querverbindungen sieht, zusätzlich zu den Daten die man selbst auf Facebook aktiv (Beiträge, Gefällt mir Klicks, Kommentare, Profilinformationen – egal wer sie sehen darf und wer nicht) wie passiv (was oder wen schaust Du an, was schaust Du außerhalb von Facebook an [egal ob ein oder ausgeloggt], welche IP gehört zu Dir, woher loggst Du Dich ein, welche Hard- und Software verwendest Du, etc…) hinterlässt, so erkennt man den riesigen Datenberg mit wertvollen Infos, welche Facebook gezielt verwendet um eine ihrer wenigen Einnahmequellen gezielter auf Dich  zuzuschneiden: Werbung.

Datensätze auf/von Facebook

Max Schrem hat diese Datensätze über sich angefordert und bekam einige hundert Seiten. Hier sieht man das Facebook nicht nur das sammelt was man bewusst durch Einträge preis gibt, sondern auch Handydaten, was man anklickt (innerhalb und außerhalb von Facebook), ggf. Kontakte aus dem Handy….. So hat Facebook auch Datensätze und Personenprofile von Personen die nicht/nie bei Facebook angemeldet waren.1

Ob diese Daten wirklich jemals gelöscht sind oder werden, auch wenn man sein Konto löscht, ich Zweifel daran. Und was passiert noch mit den Daten außer personalisierter Werbung, Stichwort USA und die Zugriffsrechte im Rahmen des Patriot Act. Man weiß es nicht.

Wie hat sich der Kontakt zu Freunden und Bekannten verändert

Der Kontakt zu Bekannten hat sich verändert. Er ist für mich wieder persönlicher geworden. Individueller und mit mehr Wertschätzung. Und die vielen „Kontakte“ und Small-Talk-Posts auf Facebook zu flüchtigen Bekannten vermisse ich nicht wirklich. Die meisten Leute erreiche ich auch so weiterhin und sie mich. Es ist – wie so vieles – nur eine Gewöhnungssache, dass man halt doch wieder eine E-Mail schreibt oder eine Telefonat tätigt um mich zu erreichen. Und um die Leute die trotzdem nur auf Facebook fixiert sind ist es rückblickend betrachtet nicht schade (vergleiche den sog. Teamkameraden bei den Freizeitaktivitäten.)

Es gibt natürlich Versuche und mehr als genug Optionen wieder das Konto bei Facebook zu reaktivieren (und ich würde ja fast wetten, dass alle Daten wieder da wären *plopp*, wenn ich mich wieder einloggen würde). Da erfährt man von gemeinsamen GC-Aktionen, es wird per E-Mail und per Forum geplant und ausgefeilt. Aber die End-Planung inkl. der Terminplanung läuft letzten Endes doch oft über Facebook. Wenn man dann dort nicht ist, kann man sich hier nicht zu äußern, sofern dies dann nicht ein guter Freund stellvertretend dort für einen tut. Man ist also außen vor. Es stellt sich für mich die Frage warum ging es bis zur Terminfindung auch via E-Mail und plötzlich wieder nur über Facebook (wohl wissend das nicht jeder Teilnehmer bei Facebook ist)? Bequemlichkeit kann ich nur vermuten. Es ist ja so verlockend einfach.

Und es gibt natürlich viele Freunde und Bekannte die nie auf FB waren und es immer noch nicht sind, und auch diese Kontakt bestehen weiter wie eh und je. Ja ich würde sogar sagen, fast noch “intensiver“. Qualität statt Quantität.

Wenn ich wirklich mal jemand brauche, sei es weil man Hilfe braucht oder warum auch immer, werden mir die meisten meiner Facebook-Freunde gar nicht bis wenig helfen. Die echten Freunde aber stehen parat, einige davon zu jeder Tages- und Nachtzeit. Und das weiß ich zu schätzen und deshalb bin ich stolz auf meine „wenigen“ Freunde. Denn es sind nicht wenige. Genauso wenige oder viele wie jeder andere Mensch auch, wenn er es mal ehrlich betrachten würde. Aber es sind richtige Freunde. Wertvolle Freunde mit denen ich gerne Zeit verbringe und meine Zeit „investiere“. Persönlicher, echter, aufwendiger, aufrichtiger.

Und ich habe mehr Zeit. Zeit die ich habe, weil ich nicht mehr zwischen sinnlosen Beiträgen auf Facebook versuche ein paar vermeintlich interessante Dinge zu finden. Und ich muss sagen, was interessiert mich der Beziehungsstatus von Arbeitskollegen, das Mittagessen des ehemaligen Schulkamerads oder die tolle Seite die jemand entdeckt hat. Wenn sie wirklich so toll ist, schick sie mir per Mail. Dauert auch nicht länger als bei Facebook. Es ist nur anders.

Glückwunsche gefällig?

Wenn mir jemand zum Geburtstag gratulieren will, so ist das nicht gerade einfach. Eventuell bin ich unterwegs, nicht erreichbar oder muss evtl. sogar arbeiten. Da muss man schon mehrmals anrufen. Oder man schreibt einen Brief oder ein Karte. Zur Not eine SMS oder gar eine E-Mail. Es ist mit Aufwand verbunden. Aufwand den ich umgekehrt genauso betreibe oder betreiben muss.
Aber die Gratulanten haben an den Geburtstag gedacht. Entweder selbst oder ihr Kalender, in den sie aktiv schauten. Und es war ihnen die Mühe wert mich zu kontaktieren.

Bei Facebook war es so, dass egal ob ich meinen Geburtstag anzeigen ließ oder nicht, irgendwer wusste ihn und schrieb an meine Pinnwand. Viele – fast alle – der Facebook-Freunde schlossen sich an oder gratulierten mit einem extra Facebook-Pinnwand-Eintrag. Leute die normal nie wüssten wann ich Geburtstag habe oder wie alt ich bin. Leute die mir sonst – würde ich ihnen so auf der Straße begegnen – nie daran denken würde oder mir gratulieren würden. Das ist OK, dass diese Leute dies sonst nicht machen. Aber wer es toll findet plötzlich 50, 100 oder noch mehr Glückwünsche zu bekommen, für den ist Facebook genau richtig.

Nach Facebook war ich interessiert was passiert. Hatten sich manche den Tag gemerkt? Und wer von denen würde ohne FB-Erinnerung daran denken? Die wenigsten hatten ihn sich gemerkt und es gratulierten zum Großteil nur die die bisher auch gratulierten. Weil sie gerne gratulierten. Weil es eine Wertschätzung ist. Weil es ihnen wichtig ist. Weil es ernst gemeint ist.

Warum gratulieren einem fast alle Facebook-Freunde auf Facebook? Sie taten dies, weil es die vielen anderen Facebook-Freunde auch taten und man dann halt mal schnell mit mache, schnell mitgratuliert. Weil man es so macht? Weil es sonst auffällt das man nicht gratuliert hat obwohl alle anderen gratulieren? Weil man auf den Zug als Trittbrettfahrer mit aufspringt? Wieso denke ich mir, muss ich einer Person gratulieren bloß weil es alle machen (Rudelverhalten, Gruppenzwang?). Ich stelle mir da lieber die Frage, würde ich dieser Person in Echt auch gratulieren wenn ich sie träfe und/oder ich den Geburtstag dann auch wüsste? Bei manchen entfernten Bekanntschaften weiß ich den Geburtstag vielleicht, aber würde ich wirklich daran denken oder aktiv gratulieren? Aber dazu gehört Selbstbewusstsein, Standfestigkeit und Aufrichtigkeit (Stichwort: Empathie).

Da sind mir die normalen Gratulanten wichtiger und ich freue mich umso mehr über die ernstgemeinten Gratulationen. Weil man dran gedacht hat. Weil man den Aufwand betrieben hat.
Wie immer: Qualität statt Quantität.

Zu wissen wann jemand Geburtstag hat, bedeutet entweder man hat es mal durch Zufall mitbekommen, weil jemand drittes gratulierte (persönlich oder auch per FB) oder weil man den/die andere/n gut kennt und es auf Grund einer guten Bekanntschaft oder Freundschaft erfahren hat. Letzteres macht mich wieder eher stolz und führt mich wieder zu Wertschätzung. Es macht Freundschaften oder Kontakt zu Leuten wertvoll und nicht zum Massenprodukt.

Abschaffung Nutzer-Mitbestimmung

Der Umgang mit Funktionen und den Nutzern, den Einstellungen und dem was mit den Daten der Nutzer passiert, wird sich ändern. Er hat sich auch schon geändert, da Facebook nach dem Börsengang 2012 nun mehr als vorher auf Gewinne angewiesen ist. Und das einzige Kapital sind die Nutzer und die Daten welche die Nutzer bewusst und unbewusst generieren.

Das dann im Dezember (wie bei bisherigen Abstimmungen über neue Funktionen auch) wieder zu wenig mitmachten2, als es um genau diese Abstimmungen ging (Abschaffung der Nutzermitbestimmung34 ), gleicht einer freiwilligen Zustimmung der Nutzer zur Bevormundung. Das ist wie wenn man in einer Demokratie per Wahl dafür abstimmt oder passiv nicht dagegen stimmt, dass Wahlen und demokratische Prozesse abgeschafft werden. Sozusagen Bevormundung auf eigenen Wunsch obwohl man gefragt wurde ob man mitgestalten will was mit Facebook, seinen Inhalten und den anscheinend ach so tollen Funktionen in Zukunft so passiert? Mutig und unverständlich meiner Meinung nach.

Ob es daran liegt, dass es die Nutzer nicht interessiert? Ob sie eine Bevormundung in Bezug auf ihre Daten und die Funktionen von Facebook in Kauf nehmen nur um dabei sein zu können? Oder sind sie evtl. nicht genug über die Abstimmung und ihre Auswirkungen informiert gewesen? In den klassischen Medien wurde es jedenfalls breitgetreten. Aber die müsste man dafür lesen. Wieso ist die Konto-löschen-Funktion oder auch die bisherige Nutzermitbestimmung so versteckt und nur über Umwege zu finden? So gut versteckt das selbst erfahrene Internetnutzer eine Schritt-für-Schritt-Anleitungen benötigen um sie zu finden. In wenigen anderen Online-Diensten ist eine Kündigungsfunktion so versteckt, normal sogar eher sehr einfach und intuitiv auffindbar. Oft gibt es sogar mehrere Wege und es werden in FAQs sogar Hilfestellungen bereitgestellt. Aber bei FB? Bloß keinen Nutzer und somit „Kapital“ verlieren, fast schon Nötigen dabei zu bleiben in der Hoffnung das der Nutzer auf der Suche nach dem Deaktivieren-Button die Suche aufgibt und sich seinem Schicksal fügt? Ging es hier um eine Gesetzgebung würden viele aus der Bevölkerung dies so nicht hinnehmen und ihre mündige Stimme erheben, ja man wäre sogar auf der Straße. Das Leistungsschutzrecht hat es gezeigt. Aber Facebook ist ja so bequem und bietet tolle Funktionen, der Rest wird da schon in Ordnung gehen, hoffentlich. Oder etwa doch nicht?

Und wenn man ein paar facebookkritische Artikel in Facebook verlinkt, bekommt man ja gleich eine Einblendung auf Facebook, ob man sich nicht mal diese oder jene Seite anschauen will, da man ja anscheinend nicht zufrieden sei. Dort liest man dann einen schönen Text aber wirklich helfen tut es nicht. Ändern tut sich aber nichts, wie schon in den Quellen beim Absatz zur Mitbestimmung weiter oben und in den folgenden Absätzen beschrieben ist. Verfahren und Kritiken wegen Datenschutzproblematiken werden ausgesessen bzw. sind noch anhängig. Warum auch auf Kritik von extern / von den Nutzern reagieren? Ist das Nutzerfreundlichkeit?
Kommt auf die Sichtweise an oder auf das was es dem Nutzer wert ist. Eigene Daten, mühevolle Recherchearbeit für FB-Beiträge, Bequemlichkeit in der Kommunikation versus Abhängigkeit von der Willkür eines Großkonzerns mit zweifelhaftem Datenschutz bzw. Datenverwendungsrichtlinien, schwer zu tätigenden Privatsphäre-Einstellungen, unklarer Nutzung oder Weiterverbreitung der generierten Datensätze. Es wird ja davon ausgegangen das die Nutzer von Facebook mit neuen Datenverwendungsrichtlinien einverstanden sind, teilweise ohne dass sie aktiv darüber informiert wurden. Eher sehr versteckt aber der Inhalt ist eindeutig auf was die Verwendungsrichtlinien abzielen.5

Nachdem die Nutzermitbestimmung6 nun gefallen ist, kann FB nun walten und schalten wie es will. Aber es ist ja so toll. Schade um die Fotos und Texte die in FB verschwinden und nicht mehr auffindbar sind. Schade um evtl. genutzte Funktionen wenn diese eingestellt werden sollten. Da habe ich mein Netz lieber etwas mehr selbst in der Hand78.

Ein Ausblick mit Visionen und Optionen

 


Die oben genannten Gründe sind für mich schon seit längerem Grund genug mehr eigenes Netz zu produzieren und die Kontrolle über die eigenen Inhalte selbst in die Hand zu nehmen. Dazu gehört für mich der Betrieb eines eigenen, selbstkontrollierten URL-Verkürzers (ein eigener Artikel dazu folgt) genauso dazu, wie ein guter RSS-Feed oder E-Mail-Abos bei neuen Blogbeiträgen von Blogs die ich gerne lese. Über die paar Emails und dank permanenter Links lässt sich so auch nach ein paar Tagen ohne Internet die Übersichtlichkeit und vor allem die Nachvollziehbarkeit der neuen Inhalte wahren. Denn es entstehen lange nicht so viele Blogbeiträge wie Facebooknachrichten. Qualität statt Quantität.
Da ist es schon schwerer in Facebook die Übersichtlichkeit zu behalten, bei hunderten Benachrichtigungsemails erst recht. Auch die, in den letzten Tagen neue angekündigte Suche (Graph / Graphen) bei Facebook, erhöht eher die Datenschutzproblematik. Auch soll sie sich eher auf Personen und Orte (Locations) beziehen. Wer bzw. welche Location aber bei Facebook keine eigene Seite hat, ist hier auch schon wieder außen vor. Die „normalen“ Informationen  oder Beiträge in Facebook werden in den bisherigen Artikeln über die Suche nicht beschrieben, ja so scheint es sogar eher außen vor gelassen werden. Also auch nichts was die Übersichtlichkeit erhöht. Nur die gläsernen Nutzer werden noch transparenter, auch für Dritte wie ich heute in der Zeitung lesen durfte.

Meine Kontakte werde ich weiter persönlich und qualitativ versuchen zu pflegen. Da man natürlich – ohne Facebook – dies nur mit viel Aufwand und sicher nicht tagtäglich betreiben kann, werden E-Mail-Kontakte, Telefonate oder Treffen weiter an Wert und Wertschätzung gewinnen. Und das macht es für mich so wertvoll, ja stolz. In der heutigen vernetzten Zeit (und auch ich nutze ja das Internet viel, oft und bin vernetzt), macht es mich sogar stolz. Besonders wenn man dann nicht nur smartphonetippend nebeneinander sitzt sondern sich gemeinsam unterhält (bedeutet ja nicht das man nicht gemeinsam etwas im Netz anschaut oder recherchiert, aber sicher nicht Twitter-Stati absetzt oder E-Mails liest). Entschleunigung und Single-Tasking anstatt Multitasking (soll in angeblich manchen Bereichen sogar effektiver sein und die Qualität der ausgeführten Tätigkeit steigern, wie ich neulich gelesen haben). Sich auf eine Sache / auf sein Gegenüber konzentrieren. Wertschätzung eben. Nicht das Multitasking nicht toll und notwendig ist, aber eben nicht überall/immer…

Twitter werde ich weiter nutzen, für ein bisschen Smalltalk und aber hauptsächlich für gezielten und gefilterten Informationsaustausch. Die TL ist hier für mich eine Linkquelle und Inspiration welche ich gezielt abarbeite und mir die neuen Links rausziehe. Alles andere bleibt links liegen und verbraucht auch nicht so viel Zeit wie beim durchstöbern und sichten im Vergleich zu Facebook.

Trotzdem werde ich verstärkt versuchen auch kurze Beiträge (Kurzmitteilungen) im Blog zu veröffentlichen und so auch Wissen aufzubauen und zu teilen. Privat bin ich gerade dabei mittels einer extra installierten gesicherten WordPressinstallation und ein paar wenigen Plugins mir eine Link-Datenbank aufzubauen. Sozusagen ein eigener Bookmark-Dienst, welcher auch in der Praxis einfacher zu handeln ist als es jetzt klingt. Mit nur ein bis zwei Klicks. Genauso wie beim lokalen Browser nur das man das Wissen dann auf eigenem Webspace liegen hat und auch von anderen PCs auf Wunsch darauf zugreifen kann. Auch eine KnowledgeBase9 für den privaten Nutzen und ein komplett eigener Cloud-Service10 in einer Softwareinstallation – autark auf dem eigenen Webserver – mit Kalender, Kontakten, Bookmark, Datei und Foto-Cloud inkl. einfacher Anbindung (zur Synchronisation) ans Handy gehören dazu. Vielleicht sogar mit einem eigenen (extra) URL-Shorterner (mittlerweile in Betrieb), welcher eine tolle Verknüpfungsmöglichkeit und einfaches Link teilen bietet, wenn man oft nach denselben Links gefragt wird und diese postet. Sobald der Feinschliff erfolgt ist, werde ich dazu eine How-To-Anleitung der wenige Schritte für die Installation verfassen, da das Rahmengerüst kein Hexenwerk ist. So habe ich überall Zugriff auf meine Bookmarks und bin wiederum nicht abhängig vom Angebot größerer Anbieter und deren Willkür was sie anbieten oder abschalten und was nicht. Selbiges habe ich für den URL-Shortener und die Cloud geplant.

Wer keinen eigenen Webspace hat, kann ja ggf. Bekannte oder Freunde fragen, die so etwas schon besitzen. Webspace und Domains kosten heute ja nicht mehr die Welt und sind ja nicht bei jedem voll ausgelastet. Wenn man dann jemanden gut kennt und ihm vertraut, dass er/sie keine fragwürdigen Dinge damit anstellt, warum nicht. Mein Auto oder andere Geräte verleihe ich ja auch an gute Freunde.
Sicher hat nicht jeder die Möglichkeiten oder Mittel eigenen Webspace zu betreiben. Geschweige denn diesen noch anderen Freunden zur Verfügung zu stellen. Keine Frage. Hier müssen noch Lösungen her. Zum Beispiel unter dem Stichwort „Öffentlich-Rechtliches Internet“ machen sich einige Blogger hierzu Gedanken. Online nutze ich gerne alles gratis. Offline muss ich für fast alles zahlen, wobei auch online die „Dinge“ etwas kosten bzw. Kosten verursachen. Und diese müssen finanziert werden. Bei kleinen Projekten geht das sicher noch aus der eigenen Tasche und dem persönlichen Engagement. Es ist ja ein Hobby und in ein Hobby Online wie Offline investiert man gerne mal ein paar Euro, sei es Websapce oder ein Fahrradhelm oder oder oder. Bei größeren kommen dann freiwilligen Donate-Button, die viele ignorieren oder irgendwann Werbung. Bis hin zur Nutzerbezogenen – datenschutzfragwürdigen – Werbung und somit bessere Gegenfinanzierung über selbige…..

Die E-Mailflut, hat und wird weiter abnehmen. Dank gezielter Subscriptions und E-Mail-Abos der Blog-Beiträge und eines tollen Geocaching-RSS-Feeds den ich gefunden habe. Auch hierzu wird es noch einen Artikel und ein kurzes Tutorial geben.
Das bedeutet für mich: Kein Verschwinden und „Wandern“ in der Datenflut der Timelines. Bessere ausführlichere Diskussionen, die sich auch später noch recherchieren lassen….

Foren nutze ich bisher schon und werde dies weiter tun. In einem Forum bleiben die Daten im Regelfall dort. Sie werden normal nicht verwendet um Werbung zu personalisieren o.ä. Und die einzigen Daten die man dort einträgt, ist ein Nickname und eine E-Mailadresse. Der Rest ist freiwillig (wie auch auf Facebook), nur das in einem Forum die Daten normal nicht miteinander verknüpft und insbesondere ausgewertet werden oder die Nutzer und deren Surf/Klickverhalten (auch über die eigentliche Seite hinaus) protokolliert und evaluiert werden. Auch hier sind geschlossene und komplett geschlossene Foren möglich, wenn manche Geocacher sich als Geheimbund sehen wollen oder nicht jeden mitlesen lassen wollen. Parallel schützt dies auch mehr vor Spambots 😉

Es geht mir nicht darum die Zeit zurück zudrehen. Wie auch auf spreeblick.com in der Nachbearbeitung11 auch schön beschrieb. Es gibt viele schöne neue Dinge im Internet, die sich auch sicher für viele tolle Zwecke nutzen lassen. Man sollte sich aber Gedanken machen wie es weiter geht. Zentralisation, Kontrolle über die eigenen Inhalte, etc… Ein paar Ideen habe ich die letzten drei Wochen entwickelt, während diese Text entstanden ist. Einige davon sind mittlerweile unabhängig davon schon von anderen umgesetzt worden, wie ich die letzten Tage feststellen musste, wenn auch mit einer anderen technischen Realisierung. Ich denke ich werde zumindest eine Idee trotzdem weiterverfolgen und aufbauen, da meine vielleicht anders ist, dem Nutzer andere Möglichkeiten bietet. So hat man die Wahl oder kann ggf. beides nutzen. Das eine schließt ja das andere nicht aus. Den gerade die Thematik das nicht alles an einem Standort ist, unterstützt dies. Und mehrere Wissens-Quellen, mögen sie sich auch gleichen oder ähneln, können ja nicht schaden. Auch in Bezug auf eine breitgefächerte Meinung oder Informationssammlung.
Die Realisierung soll aber keine Holterdiepolter-Aktion werden, somit hofft nicht darauf gleich in den nächsten paar Tagen oder Wochen davon zu erfahren. Mehr will ich momentan dazu hier öffentlich momentan nicht schreiben, sondern erst die fertige Realisierung präsentieren. Und auch diese wird sich anpassen und natürlich danach noch weiterentwickeln. Aber da hier einige tolle Features vereint werden, dauert dies etwas. Dafür gibt es nämlich noch kein Tutorial.

Anbei noch ein paar Verweise auf Beiträge zum aktuellen Zeitpunkt die sich mit ähnlichen Themen beschäftigen12131415 . Diese werden ggf. immer wieder mal aktualisiert. Alternativ sicher in die unten genannte Kategorie als Link-Mitteilung o.ä. eingefügt.

Alle Themen die sich in meinem Blog mit dem Bereich mehr eigenes Web wagen / das Web zurückerobern beschäftigen finden sich unter folgender Kategorie:  eigenes Web

Original-Datum der Veröffentlichung des Beitrags: 14.02.2013
Short-Url zu diesem Beitrag: http://s.rdpfleger.de/366onetz

Mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit werden des Öfteren nach dem Publish noch in Bezug auf Details oder ggf. zur Implementierung von neuen Infos einzelne Abschnitte ergänzt, Updates angefügt. oder auch mit weiteren Links und Querverweisen versehen. Dies würde aber unter dem Text kenntlich gemacht.

Nachträglich hinzugefügte weiterführende Links – ergänzende zu den weiter unten folgenden Quellenangaben:
“Gefällt mir nicht mehr
Was lernt man, wenn man sich bei Facebook abmelden will? Vor allem eins: Facebook versucht das zu verhindern.”
http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/41337/Gefaellt-mir-nicht-mehr
(Quelle: Süddeutsche Zeitung Magazin – http://sz-magazin.sueddeutsche.de ; Heft 51 Jahr 2013 ;Link abgerufen am 15.08.2014. 07:55h MESZ)

Quellenangaben / Links:
  1. Europe versus Facebook „Facebooks Datenbestand“ http://www.europe-v-facebook.org/DE/Datenbestand/datenbestand.html []
  2. Facebook-Nutzer schaffen ihr Mitbestimmungsrecht ab Süddeutsche Zeitung 11.12.2012 http://www.sueddeutsche.de/digital/soziales-netzwerk-facebook-nutzer-schaffen-ihr-mitbestimmungsrecht-ab-1.1547293 []
  3. Facebook lässt über Abschaffung der Abstimmung abstimmen Süddeutsche Zeitung 04.12.2012 http://www.sueddeutsche.de/digital/datenschutz-richtlinien-facebook-laesst-ueber-abschaffung-der-abstimmung-abstimmen-1.1540791 []
  4. Warum Facebooks Volksabstimmung dem Nutzer egal sein kann derwesten.de 05.12.2012 http://www.derwesten.de/wirtschaft/digital/warum-facebooks-volksabstimmung-dem-nutzer-egal-sein-kann-id7362362.html []
  5. „Facebook gibt nicht mal mehr vor, Daten zu schützen“ – ZeitOnline – 22.03.2012 http://www.zeit.de/digital/datenschutz/2012-03/facebook-nutzungsbedingungen []
  6. Facebook-Nutzer schaffen ihr Mitbestimmungsrecht ab Süddeutsche Zeitung 11.12.2012 http://www.sueddeutsche.de/digital/soziales-netzwerk-facebook-nutzer-schaffen-ihr-mitbestimmungsrecht-ab-1.1547293 []
  7. 2013 Das Web zurückerobern 28.12.2012 http://www.spreeblick.com/2012/12/28/2013-das-web-zuruck-erobern/   []
  8. Multiplikator: “2013: Das Web zurückerobern” http://rdpfleger.de/2012/12/29/multiplikator-2013-das-web-zuruckerobern/ []
  9. zwar nicht die private aber die fürs Geocaching: KnowledgeBase und hier der Artikel dazu []
  10. http://s.rdpfleger.de/oc-130506 eigene Cloud – Artikel vom 06.05.2013 auf rdpfleger.de []
  11. spreeblick.com – Nachbearbeitung – 07.01.2013 http://www.spreeblick.com/2013/01/07/nachbearbeitung-das-web-zuruckerobern/ []
  12. „2013:Das Web zurückerobern“ – 25.12.2012 spreeblick.com  http://www.spreeblick.com/2012/12/28/2013-das-web-zuruck-erobern/ []
  13. „Spike05de – Es gibt Neuigkeiten…“ – 09.01.2013 http://www.spike05.de/allgemeines/spike05de-es-gibt-neuigkeiten/ []
  14. „Facebook Account deaktiviert“ – 18.01.2013 http://www.spike05.de/news-2/facebook-account-deaktiviert/ []
  15. RDPfleger.de – 29.12.2012 http://rdpfleger.de/2012/12/29/multiplikator-2013-das-web-zuruckerobern/ []

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7 Gedanken zu „366+X Tage ohne Netz im Netz. Es wird Zeit für mehr eigenes Netz.

  1. Pingback: Adieu geocaching-buron.de – Der Abschiedscountdown läuft | RDPfleger

  2. RDPfleger

    Ein Grund mehr für die eigene Cloud u.ä. (ein Artikel darüber folgt noch, wenn die Zeit es zulässt), aber so ist man unabhängig und nicht vom „Wohlwollen“ großer Konzerne abhängig (außer Hoster und ISP). Man weiß nie wann welche Services, welche Funktionen in welchem Umfang zur Verfügung stehen oder abgeschaltet werden.
    Schade das nicht jeder eigene zuverlässige Clouds betreiben kann und somit wie auch ich bis vor kurzem sehr gerne die Angebote großer Anbieter nutzt. Eine Lösung dazu fällt mir nicht direkt ein. Keine komplett Lösung. Ideen finden sich ja in den Footnotes.
    Wie ich auf diesen Kommentarinhalt kommen. Darüber:

    Google broke it

    externer Link zu http://vowe.net – dortiger Artikel vom 23.03.2013.

  3. Spike05de

    Puuh, das dauert bis man den Artikel durchgelesen hat. Klasse geschrieben und vor allem sehr ausführlich. Das sollten sich vor allem diejenigen durchlesen für die es scheinbar neben Facebook nichts mehr anderes gibt. Jetzt werde ich wohl mal meine Löschung in Angriff nehmen. Doch zuvor muß ich noch mit ein paar wenigen Leuten dort Kontakt aufnehmen um die aktuelle Emailadresse zu erhalten. Facebook hat ja klammheimlich auch die normal eingetragene Emailadresse der Benutzer gegen eine eigene ausgetauscht.

    1. RDPfleger

      Danke.
      Braucht man neuerdings die FB-eigene E-Mail-Adresse um eine Löschung zu beantragen?
      Wenn dem so ist, dann ist das ja noch ein Meilenstein mehr der im Weg liegt.

      Ich bin auf Deine Erfahrung gespannt, wie es aktuell klappt, die Löschung zu erreichen bzw. den Weg dorthin zu finden.

      1. Spike05de

        Nee, FB tauscht die eigene einfach gegen eine FB-Adresse aus. Von dieser aus werden die Emails an deine normale weitergeleitet.

        Hab jetzt übrigens meinen Account gelöscht (naja in 2 Wochen dann endgültig), aber nicht ohne das ganze mit einem kleinen Experiment zu kombinieren. Ich habe eine Gruppe erstellt und alle Freunde hinzugefügt. Bei FB ist es ja möglich jeden zu einer Gruppe hinzuzufügen ohne das er es evtl. möchte. Dann hab ich einen Beitrag an alle Mitglieder dieser Gruppe geschrieben um kurz darauf erst mal zu googlen wie man den Account löscht.
        Der Beitrag der erstellten Gruppe verschwindet nach der Bestätigung der Accountlöschung sofort (teilte mir jemand mit), die Gruppe bleibt bestehen und kann von den anderen ganz normal weiterbenutzt werden. Wenn jemand einen Beitrag erstellt bekommen alle anderen eine Nachricht, weil ja per default die Benachrichtigung aktiviert ist. Irgendwie fail.

        1. RDPfleger

          Interessant. Faszinierend und etwas „erschreckend¨ das so etwas geht aber eigentlich bei den Datenschutzeinstellungsvorgaben nicht verwunderlilch. So kann man gleich ¨Freundeskreis¨-Spam betreiben bzw. andere als der Gruppenersteller können dies tun. Wie Du sagst: fail

          Das FB die Adresse mit einer FB-Adresse überlagert war mir bekannt, aber die Löschung müsste doch auch mit der regulären Adresse funktionieren. Zumindest war es bei mir damals so. Oder wozu wolltest Du die Pseudo-FB-Adresse wissen oder hast sie gebraucht?

Kommentare sind geschlossen.